Leserbrief von Christian Kessel zu den Baumfällungen in Bad Reichenhall

Leserbrief zum Artikel “Eine Ersatztanne für St.Zeno” vom 28.02.17 im Reichenhaller Tagblatt und weiteren Leserbriefen zu diesem Thema

Am vergangenen Samstag, den 04.03. war ich zu einem Spaziergang an der Saalach unterwegs. Was mich da ab dem Nonnersteg Richtung Staufenbrücke erwartete, hat mir die Sprache verschlagen.

Ich habe die Anzahl der dort gefällten Bäume gezählt, es waren über 200, ich war wirklich fassungslos. Für mich war am Holz kaum eines Baumstumpfes irgendein Schaden zu erkennen. Als Laie habe ich eine befreundete Gärtnerin und Baumexpertin auf diesen Missstand aufmerksam gemacht und sie gebeten, sich das Ganze anzuschauen. Sie konnte ebenfalls kaum glauben, was da geschehen ist und sprach, für mich kurz und treffend, von „Mord und Totschlag an den Bäumen“. Warum hier wenige Tage vor der – jetzt negativen – Entscheidung über die Landesgartenschau in diesem Bereich in dieser Weise abgeholzt und zugeschlagen wurde, darüber lässt sich nur spekulieren. Man kann hier wohl kaum davon sprechen, dass einzelne absterbende Bäume gefällt worden seien, diese Aktion hatte ein sehr viel größeres Ausmaß, das den Wert des Naherholungsgebietes in seiner bisherigen Form beeinträchtigt. Zum ganz überwiegenden Teil waren dies „ausgewachsene“, offensichtlich gesunde Bäume, die sich nicht durch eine Pflanzaktion innerhalb von ein paar Jahren ersetzen lassen.

Ich bin immer noch sehr erschüttert und frage, wer diese Aktion veranlasst und zu verantworten hat. Mit „Baumpflege“ dürfte das Ganze wohl wenig zu tun gehabt haben, eher mit möglichen Plänen für die jetzt geplatzte Landesgartenschau?

Um sich selbst ein Bild über die dortigen aktuellen Baumfällaktionen zu machen, rate ich jedem interessierten Bürger, sich anzusehen, was dort wohl innerhalb von ein paar Tagen buchstäblich angerichtet wurde.

Christian Kessel

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