Leserbrief zu den Baumfällungen – Reaktion auf die Mitteilung des Presseamts

Leserbrief von Christian Kessel zu: „Wasserwirtschaftsamt fällt Bäume an der Saalach“ am 13.03.17 im Reichenhaller Tagblatt

IMG_20170304_165115Das Presseamt der Stadt Bad Reichenhall liefert die Begründung für die Baumfällaktion entlang der Saalach im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein – was ist das denn? 

Mit Verlaub: Sind dem Wasserwirtschaftsamt die vorgetragenen Gründe zu wenig stichhaltig oder gar zu peinlich, um hierzu selbst Stellung zu nehmen. Diesen massiven Holzeinschlag mit der „Wiederherstellung der Verkehrssicherheit“ (Presseamt der Stadt Bad Reichenhall) zu begründen klingt eher nach einer Floskel, es müsste sehr wohl genauer begründet werden. Für mich ist dieser Begriff so vage gewählt, dass vermutlich niemand etwas damit anfangen soll und kann und man das Ganze dann, eher resignierend wohl nur abnicken soll: Es wird wohl nötig gewesen sein, die werden’s schon richten. Hier wurde mit einer Fällaktion aber massiver Schaden angerichtet, anders kann ich es nicht nennen und anders kann es wohl auch kaum benannt werden.

„Zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit …sind hierzu in erster Linie Eschen zu entfernen, welche durch das Eschentriebsterben stark geschädigt sind“ (Stellungnahme Presseamt). Wie wurde geprüft, welche Bäume stark geschädigt und zu entfernen waren oder sogar noch zu entfernen sind? Ist „Baumpflege“ auch in einem Naherholungsgebiet nach wie vor nur mit „Entfernen“ möglich oder gibt es hier auch andere Möglichkeiten der „Baumpflege“? Ob hier schnelles Brennholz produziert oder versucht wird, einen „schnellen Euro“ zu machen, mögen andere besser wissen. Die letztlich Geschädigten sind neben den Bäumen und dem gesamten Baumbestand natürlich die Erholung suchenden Menschen aus Nah und Fern – die einheimische Bevölkerung genauso wie die Kurgäste.

In der Presseerklärung des Presseamtes der Stadt Bad Reichenhall findet sich kein Hinweis darauf, was die Stadt, Ihr Oberbürgermeister oder Ihre Mandatsträger zu diesem Thema zu sagen haben – haben sie dazu etwas zu sagen, gibt es zu diesem Problem eine Haltung außer der, dass man nicht zuständig sei für ein Problem, das einen Großteil der Bad Reichenhaller Bevölkerung, jeden, der an der Saalach spazieren geht, betrifft?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Presseamt hier die Meinung und Einschätzung aller Mandatsträger, der Stadtratsfraktionen und des Oberbürgermeisters widerspiegelt.

Möchte die Stadt Bad Reichenhall wirklich „Die erste baumlose Kurstadt“ – wie in der Stellungnahme vom 13.03. eines Lesers gefragt – in Bayern werden? Im heutigen „modernen Sprachgebrauch“ würde so etwas als „Alleinstellungsmerkmal“ bezeichnet – und das gilt als eine Auszeichnung!!! Alleinstellungsmerkmale gelten als besonders attraktive Anziehungspunkte. Wie es uns dann mit diesem Alleinstellungsmerkmal gehen wird, werden wir spätestens dann spüren, wenn der letzte Baum gefällt sein wird.

Christian Kessel

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