“Vater unser” zu den Bäumen – Leserbrief vom 18.04.17

“Vater unser” zu den Bäumen

Leserbrief zum Bericht im Reichenhaller Tagblatt “Fragenkatalog beantwortet – Unmut bleibt” vom 06. April, Seite 19:

“Wenn wir Menschen die Natur zerstören, zerstören wir uns eines Tages selbst. Denn die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur.” Eine Indianerweisheit, die aktueller denn je ist.

Als gebürtiger Reichenhaller komme ich immer wieder gerne “heim” und verfolge nach wie vor mit Interesse das Geschehen dort. Entsetzt und schockiert war ich nicht nur auf dem Weg vom Spechtenkopf zum Predigtstuhl, sondern vor allem über die Verschandlung entlang der Saalach und am Thumsee beim Seemösl.

Vater Unser im Himmel, dein Name werde geheiligt. Wer die Erde verletzt, schändet Deinen Namen. Wer Deine Geschöpfe mit Füßen tritt, tritt Dich als Schöpfer mit Füßen. Wie Du heilig bist, ist auch Deine Schöpfung geheiligt.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf der Erde. Dein Wille, daß die Menschen die Erde bebauen und bewahren, gestalten und erhalten.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Gib uns jeden Tag so viel, wie wir brauchen, nicht mehr, damit wir nicht habgierig werden und die Natur ausbeuten.

Und vergib uns unsere Schuld. Unsere Schuld gegenüber den Tier- und Pflanzenarten, die durch die menschliche Zivilisation ausgerottet wurden. Unsere Schuld im Ungang mit dem Wald, der Tierhaltung, dem Verschleudern begrenzter Ressourcen der Erde.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Stärke uns insbesondere gegen die ständige Versuchung, die Natur einfach als unseren Besitz zu betrachten, mit dem wir meinen, machen zu können, was wir wollen.

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast alles geschaffen, durch Dich ist alles geworden. Nichts wäre entstanden, wenn Du es nicht gewollt hättest. Und schenke den Entscheidungsträgern in Zukunft die Einsicht, , Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.”

Peter Walter, Diakon Saaldorf-Surheim

Leserbrief 18.04.17

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